
05. May 2008 / Photo by Florian Kalotay
Andreas Müller studiert Elektrotechnik und Informationstechnologie an der ETH Zürich. Er machte sich sein Hobby zum Studium und wird wohl auch eines Tages seine Leidenschaft zum Beruf machen.
Andreas Müller betitelt sich selbst als Nerd. Zumindest was sein Interesse an einer nicht ganz gängigen Lösung für ein Problem betrifft. Ein kleines Beispiel als die halbe Schweiz der Sudoku-Manie verfiel, begann Andreas nicht, wie die meisten an den Logistikrätsel rumzuknobbeln, sondern setzte sich vor den Computern und schrieb ein Programm, das Sudokus für ihn löst. «Für mich hat das Programmieren eine sehr kreative Seite, klar sitzt man vor einem Computer, aber man versucht Probleme, durch verschiedene Arten und Weisen zu lösen.» Er ist für technische Aspekte sehr begeisterungsfähig und kann sich in ein Problem vertiefen. «Programmieren ist wie ein Krimi, den man bis zum Schluss durchlesen möchte. Wenn es mich packt, dann bin ich darin vertieft und es lässt mich nicht mehr los. Ich lasse dann alles dafür liegen und nebenbei existiert nichts mehr.»
So ganz dem Klischee von Nerds entspricht Andreas aber dann doch nicht, denn einmal jährlich organisiert er zusammen mit Gleichgesinnten das Cosin. «Eine Begegnungs- sowie Unterhaltungs- und Entspannungsmöglichkeit für Nerds, Hacker, Datenreisende, Chaoten und andere Interessierte» wie es auf der Website der Veranstaltung heisst. Andreas beschreibt den Event als LAN-Party ohne Spiele. «Es hat viele Leute mit vielen Computern.» Mit einer kreativen und offenen Herangehensweise soll gezeigt werden, dass die Informatik mehr ist, als sie auf den ersten Blick offenbart, und dass die Beschäftigung mit Computern nicht nur viele interessante technische Inhalte, sondern auch vielfältige soziale Aspekte beinhaltet. Das Programm werde darauf ausgelegt, dass auch Besucher aktiv mitmachen können. So finden verschiedene offene Diskussionsrunden sowie Workshops statt. Daneben existiert auch ein Rahmenprogramm mit nicht-technischen Aktivitäten. Das Cosin soll eine Möglichkeit zum Kontakt knüpfen zwischen Leuten mit technischem und politischem Hintergrund bieten.
Das Cosin wird von verschiedenen Chaostreffs der Schweiz organisiert. Diese sind in losem Verbund mit dem Chaos Computer Club, dem deutschen Hackerverein und weltweit grössten und aktivsten Hackerverbund. Der Chaos Computer Club wurde 1981 gegründet. Die Gemeinschaft setzt sich im Grunde für Informationsfreiheit ein. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft und fördert das Wissen um diese Entwicklung.