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Andrin von Rechenberg:

Bei Google sind alle im selben Boot

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24. Januar 2008 / Foto: Florian Kalotay

Andrin von Rechenberg ist ein 24 Jahre alter Wakeboarder, der seit anderthalb Jahren bei Google arbeitet. Er hat gerade erst sein Bachelor an der ETH in Informatik abgeschlossen.

Was machst du?

In der Freizeit: Ich wakeboarde sehr viel und bin ab und zu als DJ tätig. Ich bin natürlich auch an Technik interessiert und entwickle ab und zu Tools für mein Handy: So kann ich zum Beispiel mein komplettes Home Entertainment System übers Handy bedienen – selbst entwickelt kommt das um einiges billiger als ein Gesamtsystem von einem Hersteller.

Am Arbeitsplatz: Ich arbeite an Google Maps und in meinem letzten Projekt arbeiteten wir mit Mercedes & BMW zusammen – wir statteten die Autonavigation mit Google Maps aus. Dies vereinfacht die Kommunikation zwischen Auto und Daheim; wenn man verreist, kann man beispielsweise Informationen über Plätze und Restaurants, die man zu Hause googelte, ins Auto senden und so während der Reise abrufen. Zurzeit benutzt BMW das in Italien, Deutschland, Österreich und in England, und Mercedes in Amerika. Mehr darüber kann man erfahren unter: http://google-latlong.blogspot.com/2007/08/in-car-google-local-search-with-bmw.html

Warum hast du dich für die Informationstechnologie entschieden?

Weil man sehr schnell Produkte entwickeln kann. Man kreiert etwas auf dem eigenen Computer und hat direkt ein Produkt, ohne dass man zuerst einen Prototyp bauen muss. Es ist ein Geschäftsfeld, in dem man sehr kreativ sein und eigene Ideen haben kann. Man arbeitet nicht mit einem starren Handbuch und muss Probleme nach fixen Regeln lösen. Bei der Entwicklung von Software muss man kreativ mit eigenen Produkten und Regeln aufwarten und kann dafür seinen eigenen Weg gehen. Man ist selbst der Erfinder!

Was fasziniert dich daran?

Die Fähigkeit der Computer begeistert mich. Wenn ich einem Computer erkläre, wie er ein Problem lösen soll, kann ich einem zweiten Computer sagen: «Mach das gleiche wie der erste», ohne ihm nochmals alles erklären zu müssen. Auf diesem Weg können mehr als 10'000 Gehirne an einer Problemlösung gleichzeitig arbeiten. Computer erlauben einem eine Schar von Hirnen zu haben, die alle für einen selbst arbeiten. Zum Beispiel könnte ich einem Computer erklären, wie man Kaugummis produziert - womit wir eine Kaugummimaschine haben. Sobald ein Computer weiss, wie man Kaugummis herstellt, kann ich ohne Aufwand 10'000 Computer auffordern, Kaugummis herzustellen – und das ergibt dann ziemlich viele Kaugummis!

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Im Sommer stehe ich normalerweise früher auf, damit ich von acht bis zehn noch vor der Arbeit aufs Wakeboard komme. Ungefähr gegen halb elf bin ich im Büro, checke meine Emails und arbeite bis Mittag an meinen laufenden Projekten. Kurz vor dem Mittagessen haben wir jeweils eine kurze Sitzung, wo das ganze Team von acht Leuten zusammenkommt um die einzelnen Fortschritte, seit der letzten Sitzung, zu besprechen. Dann gibt’s ein super Mittagessen in der Kantine, das Google spendiert. Nachdem Essen geht es wieder zurück an die Arbeit. Ich bin jeweils konstant mit meinen Arbeitskollegen im Austausch, es vergehen kaum zehn Minuten, ohne dass wir über neue Ideen oder Problemlösungen diskutieren. Weil wir alle versuchen, das gleiche Problem zu lösen, müssen wir auch ständig miteinander im Austausch stehen. Die Zeit vergeht meist so schnell, dass ich in meine Projekte vertieft realisiere, dass es bereits schon sieben ist. Ich kann mich selbst ausleben und verwirklichen. Nach der Arbeit gehe ich oft mit Freunden essen – nicht nur Arbeitskollegen - danach gehe ich je nachdem noch etwas Trinken oder gehe früh nach Hause, damit ich am nächsten Tag wieder früh genug zum Wakeboarden komme.

Was ist der interessanteste Teil an deiner Arbeit bei Google?

Es ist faszinierend mit den besten Informatikern zusammenzuarbeiten – jeder scheint intelligenter als der andere zu sein und hier hat es so viele klasse Experten in jedem Bereich. Jeden Tag entwickeln wir neue Ideen für neue Produkte und unbekannte Technologien. Wir arbeiten täglich an Spitzentechnologien. Das soziale Leben in diesem Unternehmen ist auch sehr speziell – wir können Billiard spielen, kommen und gehen wann wir wollen, bezahlen nichts für das Essen oder Trinken. Man kann jeden um Hilfe bei technischen Dingen fragen und niemand meint, er sei der Big Boss. Wir sind frei kreativ zu sein und haben einen Tag in der Woche für eigene Projekte zur Verfügung. Teamarbeit wird gross geschrieben. Wir arbeiten mit jungen, offenen und unglaublich intelligenten Menschen zusammen, die enthusiastisch an den Ideen der anderen mitentwickeln. Wir ziehen alle am selben Strick und es ist einzigartig als Teil eines solchen Teams zu arbeiten. Bei Google kann man das Beste aus sich herausholen und am Ende des Tages zufrieden mit sich selbst sein, weil die eigene Fachkompetenz ernst genommen wird und man dies täglich neu entdecken kann.

Warum sollte eine junge Person eine Informatikkarriere wählen?

Es wird in der Zukunft sicherlich ein grosses Bedürfnis nach Informatikern geben und wenn man sich dafür entscheidet, kann man sich selbstverwirklichen. In nur einem Jahr Arbeit kann man die ganze Welt verändern (siehe Napster, Facebook, Google, Youtube).

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