
15. May 2008 / Foto by IGD
Mit dem jährlichen Girls’Day werden in Deutschland den Mädchen Berufsfelder fern der gängigen Frauenberufe aufgezeigt und schmackhaft gemacht. Anhand des Beispiels des Fraunhofers-Instituts für Graphische Datenverarbeitung zeigen wir auf, wie man in Darmstadt jungen Mädchen versucht die Informatik näher zu bringen.
Die Grenzen zwischen klassischen Männer- und Frauenberufen sind heute deutlich verschwommener als noch vor einigen Jahren. Beim Girls'Day 2008 zeigte das Fraunhofer Institut für Grafische Datenverarbeitung in Darmstadt interessierten Mädchen, dass Informationstechnologie keine reine Männersache ist.
Junge Frauen entscheiden sich noch immer überproportional für «typisch weibliche» Berufe, wie Arzthelferin oder Bürokauffrau. Dabei fehlt es Unternehmen vor allem in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend an qualifiziertem Nachwuchs. In der IT-Branche gibt es für Frauen eine Reihe attraktiver Berufe mit guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten. Trotzdem dominieren hier zahlenmässig die Männer.
Unter dem Motto «Virtuelle und Erweiterte Realitäten am Institut für Grafische Datenverarbeitung» öffnete das Fraunhofer-Institut für Grafische Datenverarbeitung IGD am 24. April 2008 für 25 Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren seine Türen. Mit der Computergrafik lernten die Schülerinnen hier im Rahmen des bundesweit veranstalteten Berufsorientierungstags für Mädchen einen Teil der Informatik kennen, der Zahlen in Bilder übersetzt.
Im Gespräch mit Wissenschaftlerinnen des Fraunhofer IGD konnten sie sich über die Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in diesem Bereich informieren. Mit Live-Präsentationen zeigten ihnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Institutes vielfältige Anwendungsgebiete in der graphischen Datenverarbeitung. Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorführung des Mulit-Touch-Tables. Auf diesem Projektionstisch können Anwenderinnen und Anwender per Fingerzeig durch Gebäude wandern oder Gegenstände anfassen und bewegen, natürlich alles virtuell.
«Wir nehmen am Girls'Day teil, weil qualifizierter und motivierter Nachwuchs für Forschungseinrichtungen enorm wichtig ist», erklärt Elke Frank. «So können wir den jungen Frauen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen in den sogenannten Männerberufen offen stehen und sie aktiv bei ihrer Entscheidung für einen wissenschaftlich-technischen Beruf unterstützen. Die Mädchen waren von der Veranstaltung durchweg begeistert», so die Koordinatorin des Girls'Day 2008 am Fraunhofer IGD weiter.
Der Girls'Day ist eine in ganz Deutschland stattfindende Kampagne mit dem Ziel, Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren an Berufsfelder und Studienfächer jenseits der «typisch weiblichen» Berufe heranzuführen. Der jährlich stattfindende Mädchenzukunftstag entstand 2001 durch die enge Zusammenarbeit zwischen den deutschen Sozial- und Kultusministerium. Durch ein landesweit breites Engagement der Kooperationspartner wurde er auch in Hessen zu einem grossen Erfolg.
Detaillierte Informationen zum Girls'Day 2008 finden Sie auf der Website des Girls'Day.