
03. October 2008 / Foto by Nils Sandmeier
Am 9. September fand in Bern die erste Veranstaltung im Rahmen der informatica08 statt. Die Swisscom und tcbe.ch luden ein zu einem IT-Informationsnachmittag für Schülerinnen und Schüler ins Museum für Kommunikation. Das Echo auf die Einladung war gross: bereits nach kurzer Zeit war die Veranstaltung ausgebucht.
In verschiedenen Präsentationen und Vorträgen erhielten die Teilnehmenden, darunter mehrere interessierte Lehrpersonen und Eltern, einen Einblick in das zukunftsträchtige Berufsfeld Informatik sowie in die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der ICT. Bruno Messmer, Head of Business Consulting, Swisscom IT Services AG zeigte, wie sich die Welt und die zwischenmenschliche Kommunikation dank ICT verändert hat. So regte er die Jugendlichen beispielsweise an, sich vorzustellen, wie sie eine Schularbeit ohne Computer und Google schreiben würden. Das skeptische Raunen der jungen Zuhörer unterstützte Messmers These, dass wir dank ICT in revolutionären Zeiten leben.
Im Folgenden präsentierte Damiano Thomet, ein Lernender bei Swisscom, sein IT-Projekt Finanz-organisation.ch, mit welchem jedermann online seine Ausgaben verwalten und damit die Finanzen im Griff halten kann. Sein Tool, welches er aus der Motivation «Ende Geld aber noch nicht Ende Monat» in Angriff genommen hat, kam bei den interessiert zuhörenden Jugendlichen gut an.
Luciano Buttero, welcher trotz Sehbehinderung an der ETH sein Informatikstudium abgeschlossen hat, ist nun im Bereich Sprachtechnologie tätig. Mit dem von ihm präsentierten Projekt «me2me» können per Anruf von einem Telefon an einen Computer Memos wie beispielsweise Telefonnummern als Text online gespeichert werden. Diese Memos können anschliessend abgespielt und bearbeitet werden. Das Tool, davon konnte Butera die Anwesenden überzeugen, wird in naher Zukunft nicht nur sehbehinderten Usern praktische Dienste erweisen.
In der Pause führten zwei junge Informatiker ihren selber entwickelten, gebauten und programmierten Mars-Roboter vor. Nach der Pause erklärte Mario Gruber vom Projektteam, dass neben Fachwissen vor allem auch Teamfähigkeit und eine gute Zusammenarbeit nötig sind, um ein IT-Projekt erfolgreich zu realisieren.
Reto Grob von Swisscom Innovations, welcher oft in Japan unterwegs ist, zeigte, welches ungenutzte Potential noch in Mobiltelefonen steckt. Ein Handy verfügt heute etwa über die gleiche Rechenleistung wie vor 40 Jahren die Apollo 11. Obwohl das Handy also eigentlich auch ein Computer ist, wird das vorhandene Potential hierzulande noch kaum genutzt. So werden Mobiltelefone in Japan schon länger als praktisches, zuverlässiges und schnelles Zahlungsmittel genutzt. Optimistisch blickte Grob in die Zukunft. Schon bald werde es möglich sein, eigene Applikationen für Mobiltelefone zu programmieren. Damit würden sich ungeahnte, neue Perspektiven eröffnen.
Zum Schluss verloste Andreas Dürsteler, welcher anregend und humorvoll durch die Veranstaltung geführt hatte, ein iPhone – natürlich mit einer eigens dafür programmierten Software. Die abwechslungsreiche und kurzweilige Veranstaltung stiess auf Anklang. Und so verweilten am anschliessenden Begegnungsapéro neben Eltern und Lehrer auch zahlreiche Jugendliche. Den Veranstaltern ist es gelungen, dem gemischten Publikum die Vielseitigkeit und die Faszination der Informatik aufzuzeigen. Es darf gehofft werden, dass der eine oder andere mit dem neuen Berufswunsch Informatiker nach Hause ging. Denn von ihnen wird die Schweiz auch in den nächsten Jahren einige brauchen.