
15. February 2008 / Foto by Florian Bachmann
Informatik ist heute und in absehbarer Zeit die Schlüsseltechnologie für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Schweiz. Das ist die zentrale Botschaft der Erklärung zum Jahr der Informatik - informatica08, welches am 28. Januar in Zürich an einem IT-Summit im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard offiziell gestartet wurde.
Der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber und Stefan Arn, Präsident des Branchendachverbandes ICTswitzerland, eröffneten den IT-Summit. Bundesrätin Doris Leuthard, selbst Mitglied des Patronatskomitees, wies vor der versammelten Prominenz des Schweizer IT-Sektors darauf hin, dass dank der Informationstechnologie auch Randregionen neue Chancen erhalten. Produktionsstätten könnten abseits der Zentren und grossen Verkehrswege gebaut werden. Und neue Arbeitsplätze seien auch in Gebieten wie dem Glarnerland oder im Oberwallis konkurrenzfähig. «Mit seiner Strategie will der Bundesrat daher die positive Wirkung der Informationstechnologie auf Wirtschaft und Gesellschaft nutzen, um den Wohlstand in der Schweiz zu vermehren, die Nachhaltigkeit zu sichern und die Position der Wissensgesellschaft Schweiz im internationalen Standortwettbewerb zu verbessern», sagte Bundesrätin Doris Leuthard. Die Schweizer Volkswirtschaftsministerin erklärte, dass sie vom Jahr der Informatik eine Initialzündung und Katalysator-Wirkung für eine eigentliche Informatik-Revolution in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik erwarte. «ICT ist zu einem eigentlichen Wachstumsmotor für unsere Wirtschaft geworden», erklärte Leuthard vor rund 300 geladenen Gästen.
Als zweiter Hauptreferent ging Urs Hölzle, Senior Vicepresident Engineering bei Google, auf das besondere Potenzial des IT-Standortes Schweiz ein. Dies war auch ausschlaggebend für die Einrichtung der neuen Europazentrale des Unternehmens in Zürich: «Die Schweiz kann das Silicon Valley Europas werden – wenn mehr Gymnasiasten die faszinierenden Möglichkeiten des Informatik-Berufes erkennen. Informatiker sind alles andere als Freaks – sie sind die Stars und Erschaffer der Online-Welt und arbeiten in einem dynamischen und spannenden Umfeld», meinte Google-Fellow Hölzle. Rudolf Schwarz, Informatikverantwortlicher der Migros, erläuterte im Anschluss an die beiden Referate, dass der heutige Einkauf in einem Lebensmittelladen ohne Informatik gar nicht mehr machbar wäre.
In der anschliessenden Podiumsdiskussion erläuterten die Teilnehmer, unter der Leitung des 10vor10 Moderators Stefan Klapproth, die verschiedenen Strategien, wie die Informatik mit gezielten Massnahmen gestärkt werden kann. Insgesamt waren sich die Teilnehmer aus Politik und Verwaltung (Martin Vollenwyder, Stadtrat Zürich und Ursula Renold, Direktorin Bundesamt für Bildung und Technologie), der Industrie (Francisco Fernandez, CEO Avaloq, Karl Landert von der Credit Suisse und Markus Tresch von der Zürich Schweiz) sowie der Wissenschaft (Prof. Dr. Abraham Bernstein von der Universität Zürich) einig, dass der Nachwuchs stärker eingebunden werden muss. Der grundsätzliche Tenor war, dass sich die Ziele des Jahr der Informatik nur gemeinsam umsetzen lassen. Die Informatik müsse wieder von der allgemeinen Bevölkerung als ein spannendes und abwechslungsreiches Berufsfeld wahrgenommen werden. Die Teilnehmer waren gleicher Meinung darin, dass die Jungen zu überzeugen allein noch nicht genüge, sondern das Berufsfeld Informatik mit all seinen spannenden Facetten der gesamten Bevölkerung bekannt gemacht werden muss.
Weitere Informationen, eine Fotogallerie, Videoschnitte der einzelnen Referate als auch der Podiumsdiskussion finden Sie hier.