
26. May 2008 / Die Teilnehmer während des Wettkampfs
Am Ende des 20-stündigen Finals wurden am Samstag, den 24. Mai 2008 in Zürich die 12 besten Teilnehmenden der Schweizer Informatik-Olympiade mit Medaillen ausgezeichnet. Gold und ein Ticket an die internationale Informatik-Olympiade in Ägypten ging an Johannes Josi (17) aus Unterseen (BE), Vladimir Serbinenko (19) aus Villarimboud (FR), Adrian Roos (17) aus Schüpfen (BE) und Sebastien Vasey (18) aus Grand-Saconnex (GE).
Wie oft sich die Routen der Kreuzfahrtschiffe überschneiden, welche im Roten Meer von einer gegebenen Anzahl ägyptischer Häfen verschiedene Destinationen an der Saudiarabischen Küste anlaufen, konnten sie zwar nur virtuell nachspielen. Seit sie diese Aufgabe und ähnliche Knacknüsse erfolgreich programmiert haben, ist indessen klar, dass Johannes Josi (17) vom Gymnasium Kirchenfeld (BE), Vladimir Serbinenko (19) vom Collège de la Cité (FR), Adrian Roos (17) vom Gymnasium Neufeld (BE) und Sebastien Vasey (18) vom CEC Andre-Chavanne (GE) nicht nur eine Goldmedaille gewonnen haben, sondern die Schweiz an der internationalen Informatik-Olympiade in Ägypten vertreten werden. Zwischen und nach den beiden Contest-Tagen werden sie gemeinsam mit Jugendlichen aus über 80 Ländern das antike und moderne Ägypten erleben dürfen.
Da sich echte Olympioniken auch auf den Fussballevent des Jahres freuen, machten sie vor dem Computer eine kleine Zeitreise mitten in die EM und hatten den Auftrag, festzustellen, ob Maus Stofls Lieblingsteam nach der ersten Zwischenbilanz noch EM-Sieger werden kann. Erschwerend kam hinzu, dass ein kompliziertes Spielsystem vorgegeben war. Pius Meier von IBM Schweiz, die traditionsgemäss als Gastgeberin des zweiten Finalteils fungierte, würdigte bei der Medaillenverleihung die Flexibilität der Jugendlichen, mit der sie in den vier Contest-Tagen zwölf ganz unterschiedliche Aufgabenstellungen angegangen waren. Insbesondere der gewandte mathematische Umgang beim Entwickeln der Algorithmen sei beeindruckend. Wie Sandro Feuz von der Organisation SOI bestätigte, ist das Niveau der diesjährigen Finalisten ganz besonders hoch.
Für wissenschafts-olympische Sensationen sorgten die beiden Bestplatzierten. Johannes Josi (17) schaffte am Sonntag gleich noch gerade die zweitbeste Qualifikation für die internationale Mathematik-Olympiade und wird somit nicht nur in Ägypten, sondern auch in Spanien die Schweiz vertreten. Auch Vladimir Serbinenko (19) qualifizierte sich 2008 für zwei Internationale Olympiaden: er weiss seit April, dass er mit dem Physikteam nach Vietnam reisen wird, um dann gut 14 Tage später ins Land am Nil zu fliegen.
Für alle, die mit einer Silber- oder Bronzemedaille ausgezeichnet wurden, hatte Markus Moll, der als Vertreter der Credit Suisse an der Medaillenverleihung mitwirkte, ein guter Trost: «Studieren Sie Informatik, es warten hoch interessante Arbeitsplätze auf Sie. Mit ihrem ersten Salär gönnen Sie sich wunderschöne Ferien in Ägypten!» meinte er in seiner Ansprache. Und wer nächstes Jahr noch nicht 20 ist, kann es mit Florian Scheidegger (18) halten: «Ich werde nochmals teilnehmen, denn auf die Erfahrungen von 2008 kann man bauen!»
Zum ersten Teil der Finalrunde.