
25. Januar 2008 / Foto: Florian Kalotay
Michael Weber ist eines dieser jungen Informatiktalente. Das ECDL Zertifikat schloss er innert einer Woche ab, wofür andere drei Jahre brauchen. Mit Freunden programmiert er Roboter, gewinnt Wettbewerbe und trotzdem möchte er erst mal eine Lehre als Polymechaniker machen.
Im Juli 2007 fand in Immensee, im Kanton Schwyz, das zehnte KinderUni®Sommercamp des EHK statt. Im einwöchigen Lager wird bis zu 40 Kindern und Jugendlichen im Alter von 7-14 Jahren ermöglicht, sich in diverse interessante Projekte zu vertiefen, sich kennenzulernen und miteinander viel Spass zu haben. Der 14-jährige Michael Weber aus Kaisten (AG) hat in dieser Woche alle sieben ECDL Core Module erfolgreich absolviert. Man bedenke, dass andere dafür drei Jahre brauchen! Rolf Tobler, Leiter des ECDL Projektes im Sommercamp, konnte gemäss einem Bericht der KinderUni® dem Wachstum der Fachkompetenz bei den Kindern förmlich zusehen. Michael Weber hat mit seinem avaloq-Team bereits an mehreren nationalen und internationalen Meisterschaften der First Lego League teilgenommen. An den Wettkämpfen werden von verschiedenen Teams durch Mechanik und Programmierung (Lego-) Roboter entwickelt, welche themenspezifische Aufgaben zu lösen haben. Wenn Michael nicht gerade im Sommercamp, an Wettkämpfen oder in der Schule ist, tüftelt er mit seinem Vater gerne in der Werkstatt an alten Motorrädern und Mofas rum.
Michael Weber im Interview über seine Interessen, Begabungen und Zukunftspläne.
Im Sommercamp war es möglich, zwischen verschiedenen Projekten zu wählen, wieso hast du dich entschieden, den ECDL zu machen?
Weil es mich ganz einfach interessiert mit dem Computer zu arbeiten. Es war interessant mit «Turbo» an die ECDL Prüfungen heranzugehen. Vor zwei Jahren hat meine Mutter das SIZ Informatik-Anwender II Diplom absolviert. Ich war der Meinung, dass ich vieles von dem, was meine Mutter lernte, auch könne. Ein halbes Jahr zur Schule gehen oder mehrere Kurse besuchen, wäre für mich allerdings zu langweilig. Im Sommercamp konnte ich mich in meinem Tempo auf die ECDL Prüfungen vorbereiten.
Weshalb hast du dich entschlossen alle sieben ECDL Core Modulprüfungen auf einmal abzulegen? Hat dir eine Woche gut dafür gereicht?
Ich habe mal ganz von vorne mit den Grundlagen begonnen und gesehen, dass es ziemlich gut lief. Am Einstiegstest hatte ich bereits eine hohe Prozentzahl und musste mich nur noch in den Gebieten, in welchen ich nicht so gut war, vertiefen. Für die Datenbank Modulprüfung mit Access musste ich ziemlich viel lernen! Als ich bereit war, ging ich an die Prüfungen und legte eine nach der anderen ab. Ja, es lief ziemlich gut.
Hat dir die Vorbereitung auf die ECDL-Prüfungen Spass gemacht? Wie hast du dich dafür vorbereitet?
Ja, es hat grossen Spass gemacht, da ich einen Grossteil der Lerninhalte bereits gewusst habe. Mein Grossvater und mein Vater sind beide sehr computerinteressiert. Von ihnen konnte ich einiges lernen. Die Dinge, die ich nicht wusste, ergänzte ich durch ein eLearning von bit media. Anwesend war auch ein Kursleiter, der uns bei schwer verständlichen Dingen im Programm behilflich war. Die Prüfungen haben wir dann selbständig gelöst.
Wie alt warst du, als du zum ersten Mal mit einem PC gearbeitet hast und wofür hast du ihn genutzt?
Puhh…, das ist schwer zu beantworten. Ich war etwa sechs Jahre alt und arbeitete mit einem Dinosaurier-Zeichnungsprogramm, bei dem man Dinosaurier ausmalen musste. Aber sicher bin ich mir nicht. Auf jeden Fall habe ich meinem Grossvater und meinem Vater oft über die Schulter geschaut.
Du hast den First Lego League Wettbewerb gewonnen. Was hast du da genau gemacht? Kannst du uns etwas von deinem Projekt erzählen?
Zuerst habe ich einen Roboter gebaut. Ein anderer Junge im Team hat ebenfalls einen Roboter gebaut, der die gleichen Aufgaben löst. Sein Roboter wurde immer besser und meine Programmierung komplexer, so dass wir gemeinsam beschlossen haben, dass er sich auf die Mechanik und ich mich auf die Programmierung konzentriere. Ich habe also Programme geschrieben, die Power-Point Präsentation gestaltet und eine Filmanimation erstellt.
Was möchtest du später werden?
Ich habe gerade einen Lehrvertrag als Polymechaniker in einem Ausbildungscenter unterschrieben. Für die Bewerbung machte ich den von vielen Unternehmen verlangten basic-check. Früher wollte ich Informatik studieren. Dann ist aber das Handwerkliche aufgekommen. Es hat mich immer mehr fasziniert mit meinem Vater in der Hobby-Werkstatt zusammenzuarbeiten. In letzter Zeit hat es mir in der Schule nicht mehr so gefallen, es wurde eher langweilig. Eine Lehre hat mir schlussendlich mehr zugesagt.
Hattest du nie die Absicht an der ETH zu studieren?
Doch, früher, vor einem oder anderthalb Jahren, wollte ich an die ETH gehen. Ich habe mich aber dann doch für den praxisbezogeneren Weg entschieden. Den Abschluss an einer Fachhochschule behalte ich trotzdem im Auge. Ich beabsichtige die Berufsmatura zu machen und vielleicht später eine Fachhochschule zu besuchen. Mit dem Passarellenjahr könnte ich immer noch an die ETH gehen. Es bleibt aber noch offen, «z’erst müen d’Händ chönne!»
2008 ist das Jahr der Informatik in der Schweiz. Mit speziellen Projekten und Veranstaltungen möchte man Jugendliche für die Informatik sensibilisieren. Wie könnte man dich an solchen Veranstaltungen (noch mehr) für die Informatik begeistern?
Hmm…, schwierig. Vielleicht mit einem Roboter, der selbstlernend ist, dem man etwas beibringen könnte, zum Beispiel um das Haus laufen, der selbst Dinge aufnimmt, die man ihm befiehlt, der die Befehle selber verarbeitet und ausführt. Also, selber etwas machen und nicht nur Zuschauen oder Zuhören.
Hast du Lust noch weitere ECDL Zertifikate zu erlangen?
Ja, das wäre schon noch spannend. Ich würde gerne die ECDL Advanced Prüfungen ablegen.
Für die Vorbereitung schenken wir dir gerne eine ECDL Advanced Lern-CD von bit media.
«Danke vielmal!»