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Ruben Andrist:

Auch Informatiker kämpfen um olympische Ehre

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18. January 2008 / Foto: Florian Kalotay

Auch die Informatik ist eine olympische Disziplin. Vielleicht nicht nach den gängigen Kriterien des IOK, zumindest aber als eine der Wissenschaftsolympiaden hat sie sich seit mehr als zehn Jahren etabliert.

Die Schweizer Informatik-Olympiade (SOI) ist ein Programmierwettbewerb für Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit gerne mit dem Computer beschäftigen. Dazu müssen sie ein gewisses Faible für mathematische Rätsel mitbringen, wie Ruben Andrist, der Präsident des Komitees, zur Antwort auf die Frage nach den Voraussetzungen gab. Ruben Andrist selbst war vor ein paar Jahren auch mit von der Partie und kämpfte in Korea um olympische Wissenschaftsehre. Unterdessen organisiert und leitet er mit einem Team von zwölf Leuten die Vorbereitungen und Ausscheidung für die Internationale Informatik-Olympiade.

Die Athleten müssen drei Runden mit Prüfungen überstehen, um an der Olympiade teilnehmen zu können. Nachdem sie in verschiedenen Workshops und mit Internethilfen die Grundkenntnisse im Programmieren kennen gelernt und erste Kontakte mit Algorithmen geschlossen haben, werden ihre Kenntnisse in einer ersten Prüfung getestet. Nach der ersten Runde werden die Teilnehmer in einem Trainingscamp und weiteren Workshops spezifisch auf die Aufgaben der nächsten Runde vorbereitet. In der zweiten Runde werden die besten Zwölf selektiert und anschliessend, in der Finalrunde, vom SOI-Komitee auf Olympiatauglichkeit geprüft. Die Prüfungen verlangen viel von den Jugendlichen und nur die Besten bekommen die Chance im nächsten Jahr an die Olympiade in Ägypten zu reisen. Doch auch die Anderen lernen in der Vorbereitungsphase viel Nützliches, das sie später oder bei der nächsten Teilnahme gut gebrauchen können. «In allen naturwissenschaftlichen Fächern an Hochschulen und Universitäten ist Informatik ein wichtiger Bestandteil. Bei uns lernen die Jugendlichen die Grundkenntnisse des Programmierens schon zu einem frühen Zeitpunkt, so dass sie an der Universität ihren Mitstudenten ein Stück voraus sind.» Nur besteht ein grosser Unterschied bei der Vermittlung des Stoffes: Während dies an der Universität ein Professor relativ schnell und trocken erklärt, lernen die Jugendlichen die Grundkenntnisse des Programmierens bei der SOI auf spielerische Art und Weise. «Wir bringen den Jugendlichen Aspekte des Programmierens näher, die auf dem Schweizer Bildungsweg erst an der Universität vermittelt werden. In gewisser Weise ist es schon inakzeptabel, dass man im Gymnasium in der Informatik noch immer nur IT-Kompetenz vermittelt bekommt. Andere Länder sind da der Schweiz um Meilen voraus.»

Natürlich ist der Stoff bei der ersten Teilnahme noch relativ kompliziert, aus diesem Grund können die Jugendlichen mehrere Male antreten, zumindest solange sie noch unter 20 und noch nicht an einer Universität oder Fachhochschule eingeschrieben sind. «Es kann durchaus sein, dass man beim ersten Mal noch nicht so viel begreift. Darum ist es wichtig, dass die Jugendlichen mehrere Jahre mitmachen und so Jahr für Jahr dazulernen können.»

Die Olympiade ist auch insofern spannend, da man so den Jugendlichen die Freizeitbeschäftigung Computer als eine kreative und lösungsorientierte Seite vermittelt. Auch Ruben Andrist begann sich erst durch die Olympiade genauer mit dem Programmieren auseinander zu setzen. Er beschäftigte sich zwar auch schon vor seiner Teilnahme gelegentlich mit der Programmiersprache QBasic, «aber die Olympiade hat mich insofern kanalisiert, so dass ich die ganze Zeit, die ich vorher mit Spielen verbracht hatte, dem Programmieren widmete.» In letzter Zeit kam Ruben immer weniger zum Programmieren, denn neben seinem Physik Studium und der Olympiade spielt er leidenschaftlich Hockey und gerade übt er fleissig an seinen Tanzschritten, damit er am Polyball für Furore sorgen kann.

Für die nächste Olympiade kann man sich noch immer bis am 17. Dezember auf Soi.ch einschreiben.

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