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Sara Jung:

Die IT ist ein People Business

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24. January 2008 / Foto: Florian Kalotay

«Wer sich Informatiker als introvertierte Eigenbrödler vorstellt, die lieber mit Computern als mit Menschen kommunizieren, der täuscht sich gründlich.» Sara Jung muss es wissen. Sie arbeitet als Abteilungsleiterin in der Informatik der Credit Suisse und bedauert, dass sich nicht mehr Frauen für die IT interessieren. «Viele Leute haben ein komplett falsches Bild von der Informatik.»

Sara Jung ist im persönlichen Gespräch genauso gewandt wie beim Analysieren komplexer technischer Prozesse. Ihre Informatikerlaufbahn begann Sie vor gut sechs Jahren als Career Starterin bei der Credit Suisse. Im Rahmen des Career Start Program werden Hochschulabsolventen, die neu in die Credit Suisse eintreten, während eines Jahres durch Arbeitseinsätze in verschiedenen Bereichen und zahlreiche Trainings auf ihre künftige Funktion vorbereitet. «Ein idealer Einstieg», meint Sara Jung rückblickend. «Ich konnte mir innerhalb dieses Jahres einen guten Überblick über die IT-Struktur der Bank verschaffen, ein breites Netzwerk aufbauen und meine technischen und persönlichen Kompetenzen gezielt erweitern.» Während dieser Zeit leitete sie auch bereits ihr erstes Projekt, was ihr besonders Spass machte. «Ich hatte mit vielen verschiedenen Schnittstellen zu tun, war oft an Meetings, sass aber auch nächtelang vor dem Computer», erinnert sie sich.

Vor drei Jahren wurde Sara Jung Teamleiterin. Während sie als Systems Engineer zu Beginn ihrer Karriere noch mehr hinter dem Computer sass, ist sie in ihrer heutigen Funktion als Abteilungsleiterin im Bereich Enterprise Server & Storage vor allem als Beraterin, Coach und kompetente Fachspezialistin gefordert. Dieser Mix ist es denn auch, der ihr gefällt: «Die IT ist schlussendlich ein People Business. Es geht darum, zusammen mit anderen Menschen technische Herausforderungen zu meistern.» Speziell in einer global aufgestellten Informatik werden Aspekte wie Zusammenarbeit und Kommunikation über die Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg immer wichtiger. Die IT der Credit Suisse zähle allein in der Schweiz 4'000 Mitarbeitende, weltweit seien es gar 10'000, sagt Sara Jung. Da sei die Abstimmung untereinander schon sehr wichtig. Sie schätzt denn auch den Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen. Oft werde in ‚virtuellen’ Teams zusammengearbeitet. Meetings fänden dann via Telefon- oder Videokonferenz statt. «In der IT fühlt man sich generell am Puls der Zeit. Das erfordert Flexibilität, macht den Job aber auch sehr interessant», unterstreicht Sara Jung.

Fast könnte man meinen, es täte ihr leid, dass sie ab Ende Jahr für sechs Monate in den Mutterschaftsurlaub geht. Dem ist aber nicht so. Sie freut sich auf ihr Baby und diese Auszeit als Kontrastprogramm zum Berufsalltag. Mit Blick in die Zukunft meint sie: «Ich freue mich auf meine Doppelrolle als Berufsfrau und Mutter.» Angst, sie könnte beides nicht miteinander in Einklang bringen, hat sie keine. Sie plant denn auch Mitte 2008 ihre Arbeit im Vollzeitpensum wieder aufzunehmen. «Wie bei der Arbeit will ich auch als Mutter mein Bestes geben. Das kann ich nur, wenn ich ausgefüllt und zufrieden bin. Und dafür brauche ich meinen Job», betont Sara Jung. Und sie vermag zu überzeugen, spürt man doch aus ihren Worten die Begeisterung für ihren Beruf.

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