
16. April 2008 / Foto by Florian Kalotay
Ein Leben lang im Büro ohne technische Spielereien zu verweilen, kam für Tobias Binna nicht in Frage. Weshalb er sich für die Informatik zu interessieren begann und sich sogleich bei der Fachhochschule Rapperswil für einen Praktikumsplatz bewarb. Ein halbes Jahr später implementierte er bereits die Zürichseeschiffe in Google Earth.
Als sich Tobias Binna für eine Berufsausbildung entscheiden musste, war er sich noch ein wenig unschlüssig, welchen Weg er einschlagen möchte. Zwei Varianten standen für ihn zur Auswahl. Entweder eine kaufmännische oder aber eine technische Ausbildung als Polymechaniker. Schlussendlich entschied er sich für eine kaufmännische Lehre. Die dreijährige Ausbildung war rasch vorbei und Tobias Binna wusste danach, dass er nicht bis zu seiner Pensionierung einfach so im Büro sitzen wollte. «Ich überlegte mir, ob ich das wirklich bis 65 machen möchte. Das KV ist relativ vielseitig, aber mir fehlte der technische Aspekt.» Tobias suchte nach Alternativen und fand diese in der Informatik. Zurzeit macht er ein Praktikum am Institut für Software der Fachhochschule Rapperswil, und schliesst gleichzeitig die Berufsmatura ab. Im Herbst möchte er, wenn alles klappt, sein Studium an der Fachhochschule in Rapperswil beginnen.
Für ihn gab es wohl keinen besseren Platz, in die Informatik einzusteigen. «Ich hatte eigentlich keine Erfahrung und trotzdem schenkte mir das Institut Vertrauen. Mein Praktikum begann zur gleichen Zeit wie das Herbstsemester 2007. So konnte ich in den ersten Monaten die gesamte Java-Vorlesung mitverfolgen. Dadurch erhielt ich das Grundwissen, das ich dann in meinen Projekten vertiefen konnte. Auch standen mir die Dozenten und Assistenten des Instituts immer zur Seite, wenn ich Fragen hatte.»
In seinem Praktikum hat Tobias sehr viel gelernt. Er hat sich zwar schon früher mit HTML auseinander gesetzt, aber durch das Praktikum sind ihm nun auch andere Computersprachen geläufig. Die vergangenen Monate seines Praktikums beschäftigte er sich mit einer Echtzeit-Simulation von Schiffen auf dem Zürichsee mit Google Earth und Fahrplandaten. In den nächsten Wochen wird das Ganze über Google Earth sichtbar sein. Die Schiffe sind 3D-Modelle, die sich in erstaunlich realistischer Weise anhand des Fahrplans auf dem See bewegen. «Ich bin in meinem Praktikum relativ frei, was ich wann machen möchte. Ich bekam ein Projekt zur Bearbeitung, wie ich das dann löste, war mir überlassen.» Natürlich konnte er sich jederzeit mit seinem Betreuer über die weitere Vorgehensweise auseinander setzen. Aber im Grunde realisierte er die einzelnen Projekte mehr oder weniger alleine.
Die Arbeit mit dem Computer liegt ihm sehr und Tobias programmiert sehr gerne. «Ich höre immer wieder, dass die Informatik eine trockene Angelegenheit und öde sei. Wenn man aber das Produkt anschaut, kommt niemand auf die Idee, dass dies trocken oder langweilig ist. Ich finde es sehr spannend, dass man mit ein bisschen Texten so viel erreichen kann. Die Informatik ist ein sehr umfangreiches Gebiet. Immer wieder stösst man auf Probleme und es tauchen neue Rätsel auf. Das ist das wirkliche Spannende daran.»